Corona 2: Gottes Zwischeninstanzen

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Fortsetzung von: Wenn die Welt aus den Fugen gerät

Leiden kommt niemals von Gott. Und doch hat er als in der Evolution fortwährender Schöpfer just Ende 2019 ein neues Geschöpf namens Covis-19 geschaffen? Da wir aber glauben: Kein Geschöpf kann weder werden noch wirken ohne Gott, müssen wir einen Schritt weiter gehen: Gott hat dieses Virus nicht nur werden lassen, er handelt auch weiter mittels dieses Virus. Das scheint unerträglich. Wiederum scheint es Gott und Glaubende zu entlasten, wenn wir sagen: Das Virus wirkt eigengesetzlich. Es scheint so – doch es ist nicht so.

Etwas – eigentlich das alles Entscheidende! – muss hier bedacht werden. „Eigengesetzlich“ und „frei“ – das heißt für den heutigen westlich geprägten Menschen: Da mischt Gott nicht mit. Das ist

ein „gottfreier“ Raum.

Und da die ganze Welt eigengesetzlich läuft und die Menschen die Macher von allem sind, kommt Gott in der Welt nicht vor. Gibt es ihn vermutlich gar nicht.

Auch die an Gott Glaubenden denken oder fühlen da nicht viel anders: Ja, es gibt auch noch den lieben Gott. Irgendwie hat er schon alles in der Hand, auch wenn es so, wie es läuft, ohne ihn läuft. Aber es passiert doch ab und zu etwas, da vermutet ihn der eine, und der andere ist sich sogar sicher. Zumindest im Herzen kann man ihm nahe sein. Aber seien wir ehrlich: In 99 % dieser weltlichen Welt sehen und erfahren wir Gott nicht. Und in diesem verdammten Virus schon gar nicht.

Angenommen, wir brächten Gott doch mit der eigengesetzlichen Welt in Verbindung. Dann stellen wir uns vor – zumindest vage oder unbewusst: Da ist Gott ein bisschen mitbeteiligt, so von ferne, irgendwie indirekt …

Lassen Sie mich dem entgegensetzen: Wenn Gott durch eigengesetzliche Geschöpfe oder Ereignisse wirkt,

da handelt Gott stärker und wirkungsvoller,
als wenn er höchstpersönlich eingreifen würde.

Da kommt er uns näher, wird persönlicher und inniger, als wenn er ohne eine Zwischeninstanz an uns handeln würde. Vielleicht spüren Sie die Bedeutung dieser Sätze. Davon hängt ab, ob wir eine vitale, emotionsreiche, lebensnahe, unser Leben und Handeln prägende Beziehung zu Gott finden.

Ich will die beiden Aussagen begründen:

Durch eigengesetzliche Geschöpfe handelt Gott wirkungsvoller als durch ein Eingreifen. Stellen wir uns ein spektakuläres Eingreifen Gottes vor: Ein Sonnenwunder zum Beispiel, wie es das Buch Josua berichtet: „Die Sonne blieb mitten am Himmel stehen … ungefähr einen ganzen Tag lang“ (Jos 10, 12f) oder wie es 1917 von Fatima bezeugt ist: ein minutenlanges Kreisen oder Tanzen der Sonne unter starkem Farbenspiel, von 50 000 bis 100 000 Menschen beobachtet. Von den Seherkindern im Namen Marias angekündigt: „Im Oktober werde ich das Wunder wirken, damit alle glauben.“ Was wurde dadurch bewirkt? Einige hundert Ungläubige haben sich daraufhin bekehrt. Fatima ist ein Ort des Glaubens für viele geworden. Und natürlich, das wäre heute nicht anders, wurden diesem Glauben auch verschiedene naturwissenschaftliche Erklärungsversuche entgegengesetzt. (Nebenbei: Zwei der drei Seherkinder starben zwei Jahre später bei der großen Grippeepidemie.)

Vergleichen wir damit die Wirkung des Virus:

Hätte einer vor einem halben Jahr gesagt: Gott wird etwas wirken, so klein und unsichtbar, dass es niemand bemerkt. Aber wie eine Lawine wird es die ganze Welt überrollen. Monatelang wird es das Topthema sämtlicher Medien und aller Regierungen sein. Es wird große Teile der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens stilllegen und das Verhalten der Menschen überall sichtbar verändern. Es wird tief eingreifen in viele Schicksale und sogar über Leben oder Tod von Millionen entscheiden. Es wird die Zukunft prägen in noch nicht vorstellbarer Weise. Niemand hätte das geglaubt – ich auch nicht.

Aber genau das hat Gott getan. Rufen nun die Gläubigen allen Menschen zu:

Seht, seht, wie Gott handelt!?

Nein, wir sagen: So etwas tut Gott nicht!
Er hat es getan! Durch ein winziges, dem menschlichen Auge unsichtbares Ding hat Gott weitaus mehr bewirkt als durch ein übernatürliches Wunder. Deshalb: Durch Geschöpfe handelt Gott weitaus wirkungsvoller,

ausgreifender, tiefgreifender als durch Eingreifen.

Er handelt auf diese Weise auch persönlicher, inniger. Stellen wir uns diesmal vor: Gottes Wille wäre, dass wir Menschen alle gut zueinander sein sollten, aber lieben sollten wir ausschließlich ihn allein. Wäre das nicht eine blasse, blutleere, pflichtmäßige Liebe? Stattdessen lässt er uns erst einmal satt werden an elterlicher Herzensliebe, lässt uns auch einmal in den Taumel des Verliebtseins fallen, lässt unsere Liebe an Enttäuschungen reifen. Und wünscht sich, dass wir nach und nach in diesen Erfahrungen der Liebe ihn als den Zuerst-und-meist-Liebenden entdecken. Jetzt können wir Gott selber mit dieser menschlich warmen Liebe lieben, in der alle Erfahrungen mitschwingen, die uns Menschen vermittelt haben.

Deshalb: Durch die „eigengesetzliche“, menschliche Liebe dringt er mit seiner persönlich-innigen Liebe tiefer in unser Herz ein, als er das durch das Liebesgebot allein tun könnte.

Ist das überzeugend: Durch eigengesetzlich wirkende Geschöpfe handelt Gott mehr, stärker, tiefer als ohne sie?

Damit schreiten wir weiter zur Frage: Wie und wozu aber handelt Gott durch so ein Virus? Und zwar als Liebender?

wird fortgesetzt

 

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